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Neue Synagoge in Bochum

Station 5 - Neue Synagoge in Bochum

Was ist eine Synagoge?
Die Synagoge ist das Gotteshaus des Judentums. Das Wort Synagoge kommt aus dem altgriechischen und bedeutet ,,Haus der Versammlung''. In einer Synagoge finden neben einem Gottesdienst, auch andere Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte oder diverse Vorträge statt.
Der Name erklärt also somit, dass dort sehr viel los ist und das nicht nur am Schabbat. Dort treffen sich die Mitglieder der Gemeinde zum Feiern, zum Lernen und um zu diskutieren.

Synagoge in Bochum1
Die alte Bochumer Synagoge wurde in der damaligen Wilhelmstraße 18, welche heute als Huestraße /Dr.-Ruer-Platz bezeichnet wird, erbaut. Nachdem die alte Synagoge an der Huestraße1938 von den Nazis zerstört worden war und das jüdische Leben nur noch in Recklinghausen stattfinden konnte, entschloss man sich im Jahr 2003 dazu, eine neue Synagoge in Bochum zu errichten.
Die Neue Synagoge ist das Versammlungs- und Gotteshaus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen. Sie befindet sich am Erich-Mendel-Platz in Bochum. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 2005 und im Jahr 2007 wurde die Synagoge eröffnet.
Die Synagoge steht auf einem Grundstück mit einer Größe von 4300 qm und hat jährlich ca. 2500 Besucher. Auffällig ist die Außenfassade des Gebäudes, welche das Ornament von ineinandergreifenden Davidsternen zeigt. Der Davidstern ist ein Symbol für das Judentum und soll die Beziehung zwischen Menschen und Gott verdeutlichen.

Aufbau einer Synagoge:
Der Architektur einer Synagoge ist sehr unterschiedlich und abhängig von Ort und Zeit. Eine Synagoge ist nach Jerusalem ausgerichtet. An der Eingangstür hängt eine Mesusa, also ein schmuckvoller kleiner Behälter mit Auszügen aus der Tora. Ansonsten unterscheiden sich Synagogen von außen sehr.
Eine Synagoge hat in der Regel einen großen Hauptraum für den Gottesdienst und gegebenenfalls Nebenräume für die Vorbereitung. Im Hauptraum findet sich der Thoraschrank für die Thorarolle und natürlich Sessel und Bänke für den Rabbi, für den Kantor und die Besucher. Im Flur hängen Waschbecken fürs Händewaschen vor dem Gottesdienst.
Auf der folgenden Abbildung ist beispielhaft der Aufbau einer Synagoge zu sehen2:

Jüdischer Gottesdienst und Gebete:
Die Gemeinde trifft sich zwei- bis dreimal am Tag zum jüdischen Gebet. Die Gebetsrichtung ist stets nach Jerusalem gerichtet.
Am Schabbat -morgen und -nachmittag, sowie am Morgengebet am Montag und Donnerstag wird aus der Thora vorgelesen, dies ist auch bei Feiertagen der Fall. In einem Kalenderjahr wird die gesamte Thora gelesen. Der jüdische Gottesdienst dauert zwischen 15 Minuten und einen ganzen Tag. Jeder Mann muss eine Kippa tragen. Im Gottesdienst wird zudem nur hebräisch gesprochen, wobei in einigen liberalen Gemeinden auch in Landessprache gesprochen wird. Für einen Gottesdienst werden mindestens 10 erwachsene Juden benötigt.

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1
Bildnachweis Alte Synagoge (abgerufen am 23.02.2020): https://de.wikipedia.org/wiki/Datei: Bochum_Synagoge_um_1890.jpg
Bildnachweis Neue Synagoge (abgerufen am 23.02.2020): https://de.wikipedia.org/wiki/ Neue_Synagoge_Bochum#/ media/Datei:Bochumer_Synagoge,_Juni_2008.JPG

2
Bildnachweis Innenansicht Synagoge (abgerufen am 23.02.2020): https://commons.wikimedia.org/wiki/ File:Bochum_Synagoge_1.jpg
Bildnachweis Thorarollen (abgerufen am 23.02.2020): https://de.wikipedia.org/wiki/ Neue_Synagoge_Bochum#/ media/Datei:Bochum_Synagoge_2.jpg
Bildnachweis Innenaufbau Synagoge (abgerufen am 23.02.2020): https://www.planet-schule.de/ fileadmin/dam_media/wdr/weltreligionen/ pdf/weltreligionen_judentum_arbeitsblatt5.pdf

Quellen:
Comenius Institut, Art. Synagoge. Innerer Aufbau, in: Relilex, abrufbar unter: http://relilex.de/synagoge-innerer-aufbau/
Delvaux de Fenffee, Gregor, Die Synagoge, in: Planet Wissen, abrufbar unter: https://www.planet-wissen.de/kultur/ religion/judentum/pwiediesynagoge100.html
Planet Schule, Das Judentum – Die Synagoge, abrufbar unter: https://www.planet-schule.de/fileadmin/dam_media/ wdr/weltreligionen/ pdf/weltreligionen_judentum_arbeitsblatt5.pdf
Universität Kassel, Synagoge, in: religion-entdecken.de, abrufbar unter: https://www.religionen-entdecken.de/ lexikon/s/synagoge

 

Der jüdische Kindergarten Sternenhügel

Station 4 – Jüdische Kita

Direkt neben der Neuen Synagoge in Bochum befindet sich der einzige Jüdische Kindergarten der Stadt, das Familienzentrum Sternenhügel. Träger dieses Familienzentrums ist das Jüdische Familienbildungswerk Bochum e.V. Die Kita besteht aus zwei Gruppen und bietet Platz für 30 Kinder im Alter von einem Jahr bis zur Einschulung. Nicht alle Kinder der Einrichtung sind selbst jüdischen Glaubens, aber alle praktizieren zusammen jüdisches Leben. Die Kinder kommen aus den verschiedensten Religionen mit den verschiedensten Nationalitäten.
Die Kita bekommt täglich ihr koscheres Essen (was Koscher bedeutet lernst du in der Station 6) aus dem Jüdischen Restaurant nebenan frisch zubereitet.
Im Alltag wird der jüdische Glaube sichtbar gelebt. Jeden Tag im Morgenkreis wird gebetet, natürlich auf Hebräisch. Die Kinder lernen schon früh die wichtigsten hebräischen Worte für die Gebete und ihre jeweilige Bedeutung. Die Jungen tragen während des Gebets auch alle eine Kippa, das Alter spielt hierbei keine Rolle. Die jüdischen Feiertage werden zusammen mit den Kindern besprochen und gefeiert, sodass jeder weiß, was und warum gefeiert wird. So zum Beispiel Rosch ha-Schana (Neujahrsfest), Jom Kippur (Versöhnungstag), Channuka (Lichterfest), Pessach (Auszug aus Ägypten) und viele mehr. Gemeinsam werden dann Dekorationen gebastelt und die Feiern vorbereitet.
Jeden Freitag wird zusammen Shabbat gefeiert. Einen Einblick in die Shabbatfeier im Kindergarten findet Ihr in folgendem Video:

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Dr. Otto Ruer-Platz

Station 2 - Dr. Otto Ruer-Platz
Herzlich Willkommen am Dr.-Ruer-Platz in Bochum. Dieser Platz wurde nach unserem früheren Oberbürgermeister Dr. Otto Ruer benannt. Er war von 1925 bis 1933 im Amt und stammt aus einer jüdischen Familie.
Mit Beginn der Nazizeit wurde ihm mehrfach von der NSDAP Amtsmissbrauch vorgeworfen. Am 11. März 1933 wurde Ruer schließlich auf Grundlage dieser Diffamierung aus dem Amt und einige Wochen später in den Freitod gedrängt. Heute erinnert dieser Platz an unseren ehemaligen Oberbürgermeister. In der Mitte des Platzes sind Platten zu seinem Ehren angebracht.
Wir, eine Schülergruppe vom Alice-Salomon Berufskolleg, haben den Podcast #ShalomBochum zu diesem Platz aufgenommen. Hört doch mal rein…

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Quellen:
Angrick, Andrej; Klein, Peter, Berta Wittgenstein, abrufbar unter: https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/
W287J9GA036BOLDDE/$FILE/022_023_Wittgensteijn_Meyer_Hanna_und_Wittgenstein_Bertha.pdf
Dessaul, Arne, Jüdisches Leben in Bochum, abrufbar unter: https://news.rub.de/kultur-und-freizeit/2018-10-26-neuerscheinung-juedisches-leben-bochum
Hanke, Hans; Thommes, Klaus-Peter u.a., Gedenkstätte Dr. Otto Ruer, in: artibeau. Kunst in Bochum, abrufbar unter: http://www.artibeau.de/3010.htm
Stadt Bochum, Dr. Otto Ruer, abrufbar unter: https://www.bochum.de/C125830C0038F229/vwContentByKey/W2733BGH825BOLDDE
WAZ vom 29.10.2019, Gedenken an die Reichspogromnacht in der Bochumer Innenstadt, abrufbar unter: https://www.waz.de/staedte/bochum/gedenken-an-die-reichspogromnacht-in-der-bochumer-innenstadt-id227498471.html

Der jüdische Friedhof an der Wasserstraße

Station 1 - Ein Besuch auf dem jüdischen Friedhof an der Wasserstraße

Herzlich Willkommen an der Station Jüdischer Friedhof an der Wasserstraße. Lesen Sie sich die Informationen aufmerksam durch. Am Ende finden Sie ein Kreuzworträtsel 😊
Der größte jüdische Friedhof Bochums befindet sich an der Wasserstraße im Stadtteil Wiemelhausen. Dieser wurde bei der Erweiterung des kommunalen Friedhofs Wiemelhausen im Jahr 1917 angelegt.

Die erste Bestattung des Jüdischen Friedhofes fand 1918 statt, in der Trauerhalle, welche 1917 aus Backstein gebaut wurde. Seit 2001 ist der Friedhof samt Gräberfeldern, Brunnen und der Trauerhalle ein Baudenkmal (Nummer 529). Unter den Verstorbenen sind auch noch Opfer des KZ-Außenlagers. Wegen des Baus des Bochumer Hauptbahnhofes wurden zwei jüdische Friedhöfe aufgelassen. Die bestatteten Verstorbenen wurden daraufhin zum Friedhof an der Wasserstraße mit ihren Grabmälern umgebettet. Auf dem Friedhof ist häufig der Davidstern zu sehen, einem wichtigen jüdischen Symbol.
Bei einem Spaziergang über einen jüdischen Friedhof fallen einige Besonderheiten der Grabsteine auf: 

 

Ausrichtung:

Die Grabmäler sind normalerweise so angelegt, dass die Toten in Richtung Jerusalem liegen. Auf diesem Bild ist dies sehr schön zu sehen. 

 

 Material:
Die Grabsteine der Verstorbenen sollen das Prinzip der Vergänglichkeit wiederspiegeln und sind ursprünglich aus Sandstein. Erst ab dem 19. Jahrhundert gab es Grabsteine aus härteren Materialien, wie zum Beispiel: Marmor, Granit oder Zementguss.

 

 


Steine auf den Grabsteinen:
Auf den Grabsteinen sind immer mal wieder kleine Steine zu sehen. Dies ist auf eine alte Tradition zurückzuführen. Früher wurden die Verstorbenen unter einem kleinen Steinhaufen von Steinen begraben. Dadurch wurde der Bestattungsort markiert. Zudem konnten so die Gräber vor Tieren geschützt werden. Damals brachte jeder Verwandte und Freund einen Stein mit zum Grab, um es zu bedecken. Diese Tradition wird bis heute weitergeführt.

 

 

 

Beschriftung:
Auf vielen Grabsteinen sind andere Schriftzeichen zu finden, als wir sie kennen. Die Schriftzeichen sind Hebräisch. Früher wurden alle Grabsteine auf Hebräisch beschriftet. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Grabsteine auch auf Deutsch beschriftet.
Zudem sind neben dem Davidstern auch weitere Symbole zu erkennen. Symbole verraten viel über den Namen, Beruf oder Funktion & Ehrenämter.
Bei Interesse liefert diese Internetseite weitere Informationen über die Bedeutung der Symbole auf den Grabsteinen: https://www.israelogie.de/juedische-symbolik-auf-dem-friedhof/

 

 

 

Bestattung im Judentum:
Im Judentum gibt es, wie in jeder Religion, besondere Bestattungsriten. Wenn ein Jude gerade erst verstorben ist, darf er nicht mehr berührt werden. In der Zeit bis zur Beerdigung sind die Angehörigen von allen religiösen Aufgaben befreit, da sie für die Trauerbewältigung und für die Vorbereitungen der Bestattung Zeit nehmen sollen. Um den Verstorbenen nicht allein zu lassen, halten die Verstorbenen abwechselnd Totenwache. Der Verstorbene soll möglichst noch am Sterbetag oder einen Tag später bestattet werden, damit nach jüdischem Glauben die Seele den Körper verlassen kann.
Der Verstorbene wird in einem speziellen Raum (dem Taharahaus) von der heiligen Bruder- und
Schwesternschaft gewaschen und in ein weißes Leinenhemd gekleidet. Diese Tradition beziehungsweise Mizwa nennt man auch „Wahrhaftiger Dienst der Nächstenliebe“, denn für diesen Dienst zu der Ehre des Toten wird keine Gegenleistung erwartet. Nach diesem Dienst wäscht man sich die Hände und wendet sich dem Leben zu.
Der Tote wird immer in einem Holzsarg beerdigt und das Verbrennen des Toten ist verboten. Auf dem Friedhof spricht der Rabbi Psalmen und das Kaddisch. Das Kaddisch ist ein wichtiges jüdisches Gebet, welches auch im Gottesdienst gesprochen wird, mit dem die Juden Gott loben. Am Ende des Begräbnisses stellt sich die Trauergemeinde in zwei Reihen auf. Durch diese Gasse verlassen dann die engsten Angehörigen das Grab. Am Ausgang waschen sich alle die Hände, damit sie sich wieder dem Leben zuwenden können. Der Tote wird nicht oft besucht, damit er seine Ruhe hat.

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HIER gibt es die Lösung des Kreuzworträtsels.

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Quellen:
Delvaux de Fenffee, Gregor, Von Kieseln und Gottesnamen, in: Planet Wissen, abrufbar unter: https://www.planet-wissen.de/kultur/religion/judentum/ pwiewissensfragen114.html
Schwarz, Berthold; Rehberg, M., Jüdische Symbolik auf dem Friedhof, abrufbar unter: https://www.israelogie.de/juedische-symbolik-auf-dem-friedhof/
Stadt Bochum, Jüdischer Friedhof Wasserstraße, abrufbar unter: https://www.bochum.de/C125830C0038F229/ vwContentByKey/W2737ERD245BOLDDE
Universität Kassel, Bestattungen im Judentum, in: religion-entdecken.de, abrufbar unter: https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/b/bestattung-im-judentum
Universität Kassel, Was geschieht auf einem jüdischen Friedhof?, in: religion-entdecken.de, abrufbar unter: https://www.religionen-entdecken.de/eure_fragen/was-geschieht-auf-einem-juedischen-friedhof
Universität Kassel, Kaddisch, in: religion-entdecken.de, abrufbar unter: https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/k/kaddisch

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