Aktuelles

Seit über 30 Jahren führt das Bochumer Alice-Salomon-Berufskolleg jedes Jahr die Bezirksmeisterschaft der Köche, Restaurant-, Hotelfachleute und der Systemgastronomen durch. In der Vergangenheit hieß das für die geladenen Gäste: gedeckte Tische,
3-Gänge-Menü, Tellerservice … In diesem Jahr jedoch sollte alles anders werden.

Schulleiter Johannes Kohtz-Cavlak, die Lehrer und Auszubildenden hatten sich daher frühzeitig auf den Weg gemacht, gemeinsam ein ganz neues Konzept zu entwickeln – anders, größer, bunter und entspannter sollte es werden.

Und das ist ohne Zweifel gelungen. Der „Genießermarkt am Alice“ startete am 9. Oktober im Foyer des Berufskollegs, das an diesem Abend wie verwandelt wirkte: Wunderbar herbstlich dekorierte Marktstände (die die Unterstützung des „Marktexperten“ Herwig Niggemann, Niggemann Food Frischemarkt, erahnen ließen), gedimmtes Licht, eine Cocktailbar, Live-Musik, Kabarett-Einlagen von Waltraud Ehlert und vieles mehr empfingen die rund 100 Gäste.
Auffallend die Freude, die die jungen, hochmotivierten, angehenden Fachkräfte versprühten. Es schien, als ob dieses weniger steife, aufgelockerte Konzept der Bezirksmeisterschaft auf sie „übergeschwappt“ wäre: Köche und Systemgastronomen, Restaurant- und Hotelfachleute und in diesem Jahr erstmalig auch Bäcker und Konditoren stellten mit Feuereifer ihre Talente unter Beweis.

Nachdem Kohtz-Cavlak den „Startschuss“ gegeben hatte, flanierten die Gäste an den Ständen vorbei. Vorspeise, Hauptspeise, Dessert – alles wie gehabt, aber:
In diesem Jahr gab es kleine Portionen, man konnte sich also „durchschnabulieren“, vergleichen und im Anschluss eine ausgewogene Bewertung vergeben. Der Warenkorb, den die Köche verarbeiten mussten, war für alle gleich, die Kreationen aber, die sie daraus ableiteten, ganz unterschiedlich: Bei dem einen wurde der Lachs zu einer wunderbaren Crème verarbeitet, die mit etwas Wasabi in einem kleinen Briochebrötchen landete. Bei dem anderen Koch wurde das Ganze zu einer Art Sashimi. Strenge, aber wohlwollende Prüfer bewerteten die Leistungen der Auszubildenden. Ergänzt wurde das Ganze durch das Votum der Gäste, die das Ganze mit Punkten bewerten konnten.

Alle Teilnehmer durften sich an diesem Abend wie Gewinner fühlen – aber eine Siegerehrung gab es dennoch. Schließlich ging es ja um die Bezirksmeisterschaft. Bei den Köchen gewann Paul F. Morales Rios, Jungkoch aus dem Ratskeller in Witten; bei den Hotelfachleuten Delia Peper vom Mercure Bochum; bei den Restaurantfachleuten Carolin Hense vom Maritim-Hotel Gelsenkirchen. Den „Publikumspreis“ bei den Köchen gewann Alexander Ibeling von Schreiner´s Essen + Trinken in Bochum. Belohnt wurde die tolle Leistung zusätzlich durch attraktive Preise, die von der Privatbrauerei Moritz Fiege und Niggemann Food Frischemarkt gesponsert wurden.

Dass es dem Gastgewerbe insgesamt an Nachwuchs mangelt, merkte man an diesem Abend nicht – aber eines ist Fakt: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in fast allen Berufen der Gastronomie sind hervorragend – weil es zu wenige Bewerber gibt. Deutlich wird dies am Alice-Salomon-Berufskolleg beispielsweise bei den Köchen: Wo es früher drei Klassen gab, ist es jetzt nur noch eine.

Was auf jeden Fall bleibt: Der erste „Genießermarkt am Alice“ war ein tolles „Update“ der Bezirksmeisterschaften.

 

 Quelle: IHK Wirtschaft im Revier - Nachrichten der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, 74. Jahrgang 11.2018

21 Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Erziehung waren dreieinhalb Wochen auf Malta, um dort in Kindertageseinrichtungen ein Praktikum zu machen. Finanziert überwiegend von der Europäischen Union konnten so Erfahrungen gesammelt werden mit einem anderen System von Erziehung und außerdem konnten die englischen Sprachkenntnisse wesentlich verbessert werden.
Im Hotel Dean Hamlet wurden kleine Appartements bezogen und zu zweit oder dritt in WGs das selbstständige Leben geübt – einschließlich Kochen und Wäsche machen.

 
Foto: Im Praktikum

Eine weitere Herausforderung war das Bussystem. Nach einer Woche musste aber keiner mehr „gerettet“ werden, weil er oder sie im falschen Bus saß oder die entscheidende Haltestelle verpasst hatte. Da war es gut, dass mit Deniz Yildirim und Judith Kreutz Lehrerinnen mit dabei waren, die Orientierung in den wesentlichen Lebensfragen des Alltags und darüber hinaus geben konnten.

Dazu gehörte (leider) auch die Erfahrung mit den maltesischen Viren und Bakterien, mit den anderen Essgewohnheiten und der Klimaumstellung. Magen/Darmerkrankungen, Erkältungen und ein umgeknickter Fuß sorgten dann auch dafür, dass Frau Kreutz als Begleitung der Betroffenen nach zwei Wochen bei Arzt und Apotheke sehr freundlich begrüßt wurde. Zum Glück waren alle Erkrankungen aber nur von kurzer Dauer.

 
Foto: die ganze Gruppe

Neben der Arbeit im Praktikum war für die Gruppe ein umfangreiches Programm für die Wochenenden vorbereitet.
Malta ist so voll mit 7000 Jahren Geschichte, dass die Auswahl nur gelingen konnte, weil Judith Kreutz mit ihrer langjährigen Erfahrung die Insel(n) gut kennt und in einem Reader einfache englischsprachige Texte zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zusammengestellt hatte. So konnten die Schülerinnen und Schüler sich informieren, mit auswählen und vor Ort viel mehr von dem aufnehmen, was es zu sehen gab. Sie besichtigten die Hauptstadt Valletta und schlenderten durch die Gassen von Mdina, wo sie einige Drehorte der Serie „Games of Thrones“ sehen konnten. Auf einem Fischmarkt in Marsaxlock konnten viele Mitbringsel gekauft werden.

 
Foto: Inselrundfahrt im Doppeldeckerbus

 
Foto: ein altes Fischerboot in Marsaxlokk mit dem berühmten Luzzu-Auge

Der letzte Tag war ein besonderer Tag, da hier mit einem Boot die kleine Nachbarinsel Gozo angefahren wurde. Hier wurde die alte Hauptstadt besichtigt und auf dem Rückweg das türkisfarbene Wasser in der Blue Lagoon auf Comino bestaunt.

 
Foto: Baden in der Blue Lagoon

Zudem ist die Gruppe z.B. gemeinsam an den auf Malta berühmten Golden Bay Beach gefahren und hat dort eine kleine Bootstour gemacht und ist in eine Nachbarstadt zum Eis essen gefahren.

Wer so viel Neues erlebt, muss drüber sprechen. Alle paar Tage gab es deshalb Treffen der ganzen Gruppe in der Lobby des Hotels. Bei maltesischen Erdbeeren, Melone, Brot und Kuchen konnten die Erfahrungen ausgetauscht und die kommenden Tage besprochen werden und auch ein Geburtstag wurde gefeiert.

Dass am Ende einige schon gar nicht mehr merkten, dass sie auf Englisch antworteten, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie ganz auf Malta angekommen waren – und zum Teil auch nicht mehr wegwollten.
Während am Ende der Zeit bei den einen der Wunsch nach dem Wiedersehen von Freunden und Familie überwog, suchten andere nach Wegen der Praktikumsverlängerung: „Ich verstecke meinen Pass, dann kann ich länger bleiben.“

Zum Glück wurden am Ende die Pässe doch gefunden und alle sind wieder in Bochum – glücklich und reicher an Lebenserfahrung und Weltoffenheit.

Bochum. Das Alice-Salomon-Berufskolleg und die EU-Förderung Erasmus+ machen es möglich: Zehn Auszubildende aus dem Gastgewerbe und dem Gesundheitswesen wurden ausgewählt und durften für drei Wochen nach Edinburgh reisen und dort ein Praktikum absolvieren.

Am 18.02.2018 hieß es “Goodbye Bochum” and “Welcome to Edinburgh, Scotland". Voller Aufregung startete die Gruppe bereits am frühen Morgen vom Düsseldorfer Airport. In Schottland gelandet, ging es direkt mit einem Bus zum Edinburgh College, in dem die Azubis für die Dauer des Aufenthaltes untergebracht waren. Der erste Kontakt zu einem Schotten, dem Busfahrer, und alle verstanden so gut wie gar nichts, weil dieser mit einem sehr starken schottischem Akzent sprach. Zum Glück gewöhnte man sich schnell daran und hatte somit bald keine Probleme mehr bei der Verständigung.

Im College angekommen, gab es für die Azubis eine allgemeine Einweisung und die Studentenausweise sowie die Schlüssel für die Zimmer wurden ausgehändigt. Es folgte der Bezug der Zimmer.  Diese waren schlicht, aber hatten alle, was man brauchte.

Die erste Woche startete mit Workshops, welche die Englischkenntnisse verbesserten und verfeinerten. Dazu zählten nicht nur Unterricht im College sondern auch das Kulturprogramm: Eine Stadtführung durch Edinburgh, eine Tour zu zwei alten Castles, der Besuch der Stadt Glasgow und der Glenkinchie Whisky Distillery in den Lowlands.

Nach wenigen Tagen stand der erste Tag im Praktikum an. Schon sehr früh am Morgen war es unruhig und alle waren wach und gespannt, was der Tag bringen würde. Voller Nervosität betrat man die Betriebe und wurde herzlich in Empfang genommen. Die Arbeit war spannend und lehrreich zugleich: Tische in einem Sterne-Restaurant eindecken, schottische Gerichte empfehlen, Zwiebeln im Akkord schneiden, Gäste auf Englisch einchecken etc. Die anfängliche Angst, auf Englisch zu kommunizieren, legte sich schnell. Einer der Betriebe war das 5-Sterne-Hotel Balmoral Hotel Edinburgh (s. Foto rechts). Aber auch das Mcdonald Holyrood Hotel, das Ibis und einige mehr waren vertreten. Im sozialen Bereich gab es auch einige Herausforderungen, z.B. ein taubstummes Mädchen in der Grundschule zu begleiten oder  in einer Einrichtung im sozialen Brennpunkt aktiv mitzuarbeiten. Die Erfahrung war einmalig und hat jeden der zehn Auszubildenden in seiner beruflichen Laufbahn weiter gebracht.

Durch die Unterstützung ihrer Betriebe konnten folgende Azubis diese Chance ergreifen: Joana (Köchin, St.Anna Hospital, Herne), Petronala (Sozialassistentin), Viviane (Sozialassistentin), Claudia (Hotelfachfrau, DJH-Jugendgästehaus Bermuda3Eck, Bochum), Niklas (Hotelfachmann, Wald- und Golfhotel Lottental, Bochum), Julia (Hotelfachfrau, Acora Hotel und Wohnen, Bochum), Anastasia (Hotelfachfrau,  Renaissance Hotel, Bochum), Justyna (Hotelfachfrau, Wald- und Golfhotel Lottental, Bochum), Katharina (Restaurantfachfrau,  Mutter Wittig, Bochum) und Bea (Köchin, Wegermann’s BIO-Landhaus im Wodantal).


Ein besonderer Dank gilt Anina Wellers und Michaela Gehring, welche als betreuende Lehrpersonen die Reise organisiert und begleitet haben sowie allen anderen Beteiligten des Alice-Salomon-BK und natürlich den Ausbildern.


To be continued: Ende Mai ist die zweite Runde „ready for take off“.