Aktuelles

Land will ausgesuchte Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen mit mehr Lehrern ausstatten. Neun Bochumer Schulen beteiligen sich am Wettbewerb

Markus Rensinghoff

Die Bewerbungen sind raus, jetzt heißt es warten. Im Frühjahr des nächsten Jahres entscheidet sich, welche 60 Schulen aus NRW Talentschule werden. 45 weiterführende Schulen und 15 Berufskollegs bekommen dann ab dem nächsten Schuljahr mehr Personal und mehr Geld. Der Versuch zielt auf Schulen in problematischen Stadtteilen und mit einer schwierigen Schülerschaft ab. Sie sollen den mathematisch-naturwissenschaftlichen oder den kulturellen Zweig ausbauen. Aus Bochum haben sich neun Schulen beworben.

Die Liselotte-Rauner-Hauptschule hat sich ebenso beworben wie die Hans-Böckler-Realschule. Zwei von zehn städtischen Gymnasien hoffen ebenfalls, Talentschule zu werden: das Goethe-Gymnasium und das Märkische Gymnasium in Wattenscheid. Von den fünf städtischen Gesamtschulen haben mit der Gesamtschule Bochum-Mitte, der Erich-Kästner-Schule und der Willy-Brandt-Gesamtschule gleich drei entschieden, sich dem Wettbewerb zu stellen. Dazu kommt die Rupert-Neudeck-Sekundarschule und als einziges von fünf Berufskollegs der Stadt das Alice-Salomon-Berufskolleg.

„Ich habe das mit den Kollegen besprochen“, sagt Johannes Kohtz-Cavlak, Leiter des Alice-Salomon-Berufskollegs. „Bei uns ist die Zahl der Schüler in der Ausbildungsvorbereitung und der Berufsfachschule I die größte. Da haben wir 13 Klassen mit bis zu 30 Schülern. So viele gibt es an keinem anderem Kolleg. Und um diese sozial schwachen Schüler soll es ja gehen.“

Daher hofft Kohtz-Cavlak auf den Zuschlag. „Mit acht bis zehn neuen Lehrern, einer weiteren Schulsozialarbeiterin, einer IT-Fachkraft und weiterer finanzieller Unterstützung, die wir als Talentschule bekommen würden, könnten wir hier am Berufskolleg noch einiges mehr bewegen.“

Auch Walter Sembritzki, Leiter der Hans-Böckler-Realschule, glaubt, dass das Anforderungsprofil für Talentschulen genau seine Schule meint. „Das passt zu uns wie die Faust aufs Auge. Wir könnten dann zum Beispiel unsere Konzepte zur Sprachförderung weiterentwickeln.“

Peter Müller, Leiter des Goethe-Gymnasiums, hofft auf den Zuschlag, weil sich die Schülerschaft an seiner Schule in den vergangenen Jahren verändert habe. „Im Jahr 2016 hatten 34 Prozent unserer Schüler eine Zuwanderungsgeschichte. In diesem Jahr liegt der Prozentsatz bei 49 Prozent. Daher haben sich auch die Förderbedarfe geändert. Die Betreuung von Menschen aus allen Teilen der Welt ist anspruchsvoller.“

(Quelle: WAZ ZEITUNG DIGITAL)

2018 war ein spannendes Jahr. Ende Mai ging es dank Erasmus Plus zum zweiten Mal für 10 Schülerinnen und Schüler sowie 2 Lehrer Richtung Edinburgh.
An den ersten beiden Tagen standen ein Englischkurs und ein Hotelbesuch im Ibis auf dem Programm, so dass man langsam die Sprachbarrieren durchbrechen und anschließend gut vorbereitet zum ersten Arbeitstag im jeweiligen Praktikumsbetrieb erscheinen konnte. Paul und Alex landeten mitten im Geschehen – in der Hauptküche des 5-Sterne-Hotels Balmoral und bekamen sogar die Chance, im Michelin-Sterne-Restaurant des Hotels  „Number One“ drei Tage mitzuarbeiten. Für diese Erfahrung ließen sie sogar den Ausflug zur Whiskey Distillery ausfallen. Dafür durften sie viel „schnibbeln“, tournieren, kurzum richtig kräftig mit anpacken und den anderen zuarbeiten, wie es sich in der Küchenhierarchie gehört. Offenbar so erfolgreich, dass Frau Schlotmann-Ebert nebst Schülerin vom Küchenchef zum High-Tea eingeladen wurde.
Auch die Konditoren, Hotelfachleute und Systemgastronomen zogen nach teilweise kleinen Anlaufschwierigkeiten ein insgesamt positives Resumee, so Alex. „Ein gelungener Trip den man nur weiter empfehlen kann, auch wenn die College Unterkunft kein Luxushotel ist – die Erfahrung eines Auslandspraktikums und der verbesserten Englischkenntnisse nimmt einem so schnell niemand mehr! Tatsächlich sind die Schotten sogar noch netter als angekündigt,“ meint er.

Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler sowie die beteiligten Lehrkräfte aus Deutschland waren vom Austausch begeistert, sondern auch die schottischen Lehrerinnen und Lehrer am Edinburgh College. So folgten sie der Einladung von unserem Schulleiter Herrn Kohtz-Cavlak, unser ASBK in Bochum kennenzulernen. Kurz vor den Herbstferien durften wir zwei Damen des „Managing Boards“ bei uns begrüßen, die nicht nur spontan beim „Genießermarkt“ die Rolle der Gäste beim Check-in an der Hotelrezeption übernahmen, sondern auch sonst restlos von unserem ASBK und Bochum begeistert waren. Ihr volles Programm umfasste nicht nur den Besuch unseres Berufskollegs sowie Einblicke in Unterricht und Prüfungen, sondern auch den Besuch unseres Kooperationspartners DRK und des Bergbaumuseums mit einer Führung unter Tage. Das Resultat: ein Kooperationsvertrag mit dem Edinburgh College zum Austausch von Schülern und Lehrern. Congratulations – we’ve made it.

 

 

 

„Wir unterstützen AIDS-Waisen in Afrika!“ Bei leiser Musik und in ruhiger Atmosphäre werkeln, basteln und nähen Schüler/innen des ASBK in Kleingruppen für den diesjährigen interkulturellen Adventsmarkt. Der Erlös ist für die Aktion Canchanabury bestimmt, die in verschiedenen Projekten AIDS-Waisen in Afrika unterstützt, z.B. wird im Sudan, dem Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate im östlichen und nördlichen Afrika, die Betreuung und der Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern an AIDS gestorben sind, ermöglicht. So stellen unsere Schüler/innen durch ihre kreativen Fähigkeiten nicht nur schöne weihnachtliche Geschenke her, sondern engagieren sich sozial, damit junge Menschen sagen können: „Ich kann wieder lachen!“

 
Schüler/innen präsentieren ihre selbstgefertigten Produkte   Foto: DRVG