Aktuelles

Vor der Berufsabschlussprüfung standen in diesem Jahr für die angehenden Kinderpflegerinnen der Klasse BE12B zwei spannende Nachmittage auf dem Stundenplan. Sabine Napieralla, Coach und Spezialistin für Umgangskultur, kam für ein Bewerbungstraining in unsere Schule.

Die erste Überraschung gleich zu Beginn: Nicht was man sagt, ist der wichtigste Faktor bei der Entscheidung für oder gegen die Bewerberin, sondern der erste Eindruck! Dafür hat man nur wenige Minuten. Das ist ja wie Speed-Dating, fand die Klasse amüsiert. Alle hörten Frau Napieralla gebannt zu als es um Fragen ging wie: Wer reicht zuerst die Hand (Bewerberin oder Chefin?); Wie stellt man sich vor: (Ich bin die Frau Müller oder Ich bin Sabine Müller?); Wie kleidet man sich (schick oder authentisch?). Hinweise zu Stimme und Sprache, Make-up und Körperhaltung ergänzten die Tipps zu Bewerbungsgesprächen und Verhalten in Alltagssituationen.

Weiter ging es mit der Frage: Wo liegen eigentlich meine Kompetenzen beim Umgang mit anderen Menschen? Jede Schülerin füllte einen detaillierten Selbsteinschätzungs-Bogen aus. Die Lehrerinnen Frau Witte und Frau Oppermann hatten für alle individuell den gleichen Bogen bearbeitet, so dass ein Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung möglich war. Manche Stärke rückte ganz neu ins Bewusstsein.

An beiden Seminar-Nachmittagen war volle Konzentration gefordert. Das fiel nicht schwer, weil deutlich wurde, dass Frau Napieralla als ehemalige Geschäftsführerin genau weiß, wovon sie redet. Am Ende sagten Anna-Lena und Sarah stellvertretend für die Klasse: „Wir sind Frau Napieralla dankbar für ihre Tipps und freuen uns darauf, sie in unserem weiteren Leben anzuwenden.“

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich die Klasse BE12B bei Frau Napieralla (hinten, 5. von links) für das spannende Bewerbungstraining

Studierende aus der berufsbegleitenden Erzieherausbildung haben sich im Rahmen eines Wahlfaches mit den Aspekten der Partizipation auseinandergesetzt. Eine Kooperation mit der TU Dortmund ermöglichte die Zusammenarbeit von StudentInnen und Studierenden. Herr Matthias Vollhase, Dozent an der TU Dortmund begleitete diesen Prozess.

Hier eine kurze Übersicht zu diesem Seminar:

„Die Welt gehört in Kinderhände – oder doch nicht?“

Im Kern ging es im Rahmen der Veranstaltung „Beteiligungssensible Fachkraft – Sensibilität durch Reflexivität“ genau um diese Frage. Unter Zuhilfenahme eines Beobachtungsbogens wurde die eigene Praxis „unter die Lupe genommen“. Mittelpunkt war die Auseinandersetzung mit der eigenen Einrichtung und dem dort gelebten Verständnis von Beteiligung junger Menschen. Flankiert wurde der Prozess der Beobachtung durch eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Beteiligung, Partizipation sowie sämtlichen Synonymen und ihrer unterschiedlichen Bedeutung. Die Erkenntnis dieses Teilschrittes war spannend wie herausfordernd: die Kinder können Beteiligung; es sind die Fachkräfte, die der Beteiligung junger Menschen „im Weg stehen“. Also war es im zweiten Schritt daran die eigene Praxis auf Basis der Beobachtungen weiterzuentwickeln. Getragen wurde dieser Prozess bei den Teilnehmer*innen von einer großen Portion Enthusiasmus die eigene Praxis voran zu bringen und Kindern zu ihrer Stimme zu verhelfen. Praxisentwicklung bedeutet auch die Auseinandersetzung mit den Kolleg*innen fachlich fundiert zu führen. Es ist hier von Bedeutung nicht nur über ein genaues Vokabular zu verfügen um zu beschreiben was man wahrgenommen hat, sondern auch die rechtlichen Grundlagen von Beteiligung zu kennen und fachlich begründen zu können warum Beteiligung für die sozialpädagogische Praxis Dreh- und Angelpunkt ist. Umsetzung fanden die Inhalte der Veranstaltung auf unterschiedlichste Weise, von der Installation demokratischer Wahlgänge über die beteiligungssensiblere Gestaltung des Alltags bis hin zur Abschaffung der Regeln im Freispiel. Abschließend lässt sich als Quintessenz der Veranstaltung festhalten, dass die Dinge die die Welt betreffen beteiligungsorientiert zwischen allen Akteuren auszuhandeln sind, getragen von der praktischen Erfahrung, dass dies möglich ist.

Sie können sich nichts darunter vorstellen?

So erging es auch 7 Studierenden aus der Fachschule für Sozialpädagogik. Sie absolvierten im Rahmen ihrer Ausbildung einen Einführungskurs, der erst durch die enge Kooperation mit dem Ev. Kinderheim Herne möglich war. Dieses stellte die Referenten Thekla Pawlak und Frank Pawlak, die mit vielen Rollenspielen praxisnah SIT vermittelten.

SIT ist eine Methode, die im Ev. Kinderheim Herne eingesetzt wird, um u.a. das Verständnis für Eltern und Kinder zu objektivieren, die Eltern als Experten für ihre Kinder zu akzeptieren sowie pädagogische Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Dieses hat auch bei den TeilnehmerInnen zu einer Erweiterung des Blickwinkels geführt. Diese Methode hat auch Einfluss auf die (Eltern-)Arbeit in den Kindertagesstätten und gibt den angehenden ErzieherInnen ein weiteres Handwerkszeug an die Hand.

 

http://www.fachpool.de/2018/03/21/unterrichtsveranstaltung-zur-systemischen-interaktionstherapie-sit/

https://www.ev-kinderheim-herne.de/