Zwei Schülerinnen des Alice-Salomon-Berufskollegs erhalten Schülerstipendien des gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, der Stiftung TalentMetropole Ruhr und der RAG-Stiftung initiierten Stipendienprogramms „RuhrTalente“ 

Zalina G. (20 J.) und Iman C. (19 J.) haben es geschafft. Die beiden Schülerinnen des Alice-Salomon-Berufskollegs (ASBK) konnten mit ihrer Bewerbung die Jury des Schülerstipendienprogramms „RuhrTalente“ überzeugen und durften in einem feierlichen Festakt in der Essener Lichtburg ihre Urkunden vom NRW Schulministerium in der Person von Staatssekretär Mathias Richter in Empfang nehmen. Mit der offiziellen Aufnahme dürfen sich die zwei ASBK-Talente nun auf ein spannendes Bildungsprogramm mit einer persönlich auf sie zugeschnittenen Unterstützung freuen. Angestoßen wurde die Bewerbung von Zalina und Iman durch Michaela Gehring, Bereichsleiterin für Gesundheit am Alice-Salomon-Berufskolleg. Seit August 2018 unterrichtet sie die beiden Schülerinnen, die in der Klasse CBG11 im Bereich Gesundheit einen Abschluss mit Fachabitur anstreben. Sie animierte die Schülerinnen dazu, sich bei dem Programm „RuhrTalente“ zu bewerben. „Zalina und Iman haben Spaß daran, Neues zu lernen, sind dankbar für Hilfestellungen und Anregungen und bleiben neugierig, auch wenn’s schwierig wird“, beschreibt Michaela Gehring die beiden Stipendiatinnen. „Das sind doch die besten Voraussetzungen, um in der Bildung und natürlich im Leben neue Wege zu beschreiten.“

Biografie mit Hindernissen

Dass es Zalina und Iman überhaupt soweit geschafft haben, ist mit Blick auf ihre Biografie nicht selbstverständlich. Beide kommen aus Tschetschenien. Zalina kam erst vor 4 Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Seit 2016 besucht sie das Alice-Salomon-Berufskolleg und lernte hier Deutsch. Iman ist seit 12 Jahren in Deutschland. Sie schloss ihren Hauptschulabschluss ab und wollte eigentlich im letzten Jahr eine Ausbildung beginnen. Doch ihr Freundin Zalina informierte sie über das Alice-Salomon-Berufskolleg. „Sie sagte, es sei eine tolle Schule mit tollen Lehrern, und wir sollten gemeinsam weiter lernen“, erklärt Iman. Inzwischen sei sie froh, auf Zalinas Rat gehört zu haben. Auch ihre Berufswünsche haben sich geändert. So kann sich Iman jetzt gut vorstellen im Bereich Gesundheit und Pflege zu bleiben und vielleicht sogar in diesem Bereich als Lehrerin zu arbeiten. Auch Zalina hat das Vollabitur im Blick, aber so sagt sie: „Ich mache einen Schritt nach dem anderen. Im nächsten Jahr mache ich erst einmal mein Fachabitur.“

Stipendium eröffnet neue Perspektiven

Auf die Frage, was sie an dem Stipendium besonders schätzen, äußern sich beide Schülerinnen ähnlich. Zalina spricht begeistert von den vielfältigen Workshops, in denen die Stipendiaten u.a. unterschiedliche Berufsbilder kennen lernen können. Berufstätige wie z.B. Rechtsanwälte, Polizisten, Ärzte, Ingenieure stellen sich und ihren Beruf vor und geben Tipps für die Berufswahl. „Ich bekomme hier Informationen und Einblicke, die ich sonst nie gehabt hätte.“, erklärt Zalina. Auch ein Workshop über „Fake news“, den sie aus Interesse besucht habe, sei sehr informativ gewesen. Iman hingegen findet es toll, dass sie persönliche Ansprechpartner zugewiesen bekommen. Eine Person also, die sie an die Hand nimmt und ihnen neue Zukunftsperspektiven eröffnet.