2013

Was ist fairer Handel? Im letzten Schuljahr haben wir, die Klasse F 12 B, uns mit dieser Frage beschäftigt. Die Erzeuger, z.B. von Kaffee, Tee und Schokolade erhalten einen festgelegten Mindestpreis für ihre Produkte. Dieser Preis liegt über dem Preis auf dem Weltmarkt. So können, die Produzenten aus Afrika, Lateinamerika und Asien von ihrem Einkommen leben. Fair gehandelte Produkt werden z.B. über die Gepa und Eine-Welt-Läden vertrieben. Auch unsere Schule bietet seit Jahren nur noch fair gehandelten Kaffee im Kiosk und Restaurant an. Mit den Gewinnen aus dem fairen Handel werden verschiedene soziale Projekte in Ent­wicklungsländern unterstützt.

Um unsere Mitschüler/innen und Lehrer über den fair-trade-Gedanken zu informieren, hatten wir die Idee, in der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien einen Eine-Welt-Stand in der Pausenhalle aufzubauen. Leckere Schokolade, verschiedene Honigsorten, Bochum-Kaffee und weihnachtliche Präsente konnten wir über private Kontakte aus dem Eine-Welt-Laden in Eppendorf beziehen. So haben wir an drei Tagen in der Mittagspause unsere Weihnachtspräsente im Foyer verkauft. Am dritten Tag gab es kaum noch Produkte! Besonders die Bitterschokolade fand reißenden Absatz. Insgesamt haben wir 139,80 Euro eingenommen und in zahlreichen Gesprächen über den fairen Handel informiert. Der Ge­winn geht an ein Kinderkrankenhaus in La Paz, Bolivien. Vielen Dank an alle Käufer!

Klasse F 12 B

Verschiedene leckere Schokoladensorten aus fairem Handel wurden gut verkauft.

Kaum zu glauben, am Montag, dem 02.12.13, besuchte der durch sein Buch und den Film international bekannte „Hitlerjunge Salomon“ unsere Schule. Sally Perel, so heißt er, sprach zu uns, ganz wirklich, ganz freundlich und ganz überzeugt davon, dass er während der NS-Zeit einfach nur immer Glück gehabt hatte. Sehr lebendig saß er mit seinen 88 Jahren vor uns in der Aula und jeder freute sich, dass er noch lebt. Dieses Gefühl, das ja eher selten auftritt, wenn man jemandem zuhört, überlagerte die ganzen zwei Stunden seinen Bericht über die schrecklichen Erlebnisse in seiner Jugend.

Sally Perel berichtete uns, dass er den Holocaust überlebt hat, weil er jahrelang verheimlichen konnte, dass er ein Jude war. Sein Vater hätte ihn zwar gelehrt, immer ein Jude zu bleiben, doch der letzte Satz der Mutter „Du sollst leben.“, der habe ihm „magische Kraft“ gegeben. Nicht einmal in den drei Jahren als Hitlerjunge im Internat der Adolf-Hitler-Schule in Braunschweig sei er aufgefallen, so gut hatte er sich an seine jeweiligen Lebensumstände angepasst. Er begann sogar sie richtiggehend zu lieben, „seine“ Hitlerjugend, dabei erzogen die Nazis ihn doch zu radikalstem Hass auf die Juden, sodass er schließlich mit seinen Kameraden mitsang, dass sie „in Judenblut waten“ wollten.

Zur gleichen Zeit wurden tatsächlich seine Eltern, seine Verwandten und ehemaligen Freunde ebenso wie sechs Millionen anderer Juden von den Nazis ermordet. Nur einer seiner Brüder überlebte.

Der Holocaust sei keine Erfindung, so betonte ausdrücklich Herr Perel. Die sogenannte „Auschwitzlüge“, der man heute immer wieder begegne, d.h. die bewusste Behauptung, der Massenmord an den europäischen Juden sei nicht wahr, diese Lüge sei das heutige Verbrechen, erklärte uns Herr Perel. Wir hier in der Aula hätten „auf keinen Fall Schuld, denn Schuld erbt man nicht“, aber wir hätten sein Zeugnis nun erlebt und seien deshalb auch Zeitzeugen. Wir könnten diese Verantwortung, so sagte Herr Perel weiter, nun auch bewusst übernehmen und gegen die „Auschwitzlüge“ unser Zeugnis ablegen.

Sally Perel lebt heute in Israel, aber sein Herz gehöre für immer Deutschland, erklärte er. Er liebe Deutschland, das werde nie vergehen, seine glücklichen Kindheitsjahre in Deutschland seien unauslöschlich, auch wenn die „zwei Seelen in seiner Brust“ ihn bis heute oft zu zerreißen drohten. Er fühle sich verstanden im heutigen Deutschland, ein friedliches Land, in dem er heute immer wieder gute Erfahrungen mache, so auch heute mit uns als Publikum, denn wir zeigten mit dieser Veranstaltung, dass wir nicht geschichtsfrei sein wollten. 

Elisabeth Hartung

Die Aula ist voll - ein voller Erfolg!

Fragen waren erwünscht und wurden ausführlich beantwortet!

Standing Ovations nach dem Vortrag

Herr Perel signiert seine Autobiographie

 

 

Bereits am schulweiten Projekttag Schule ohne Rassismus (SOR) am Freitag, dem 8. November 2013, beschäftigten sich unsere SchülerInnen mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Unterdrückung Anderer.

In weiteren Projekten wurde nun die Lebensgeschichte des Juden Sally Perel, die unter dem Titel "Hitlerjunge Salomon" 1989 verfilmt wurde, thematisiert. 
Herr Perel, der nach dem Holocaust nach Israel emigrierte, wird am Montag, den 02.1.2.2013 von seinen Erfahrungen während des Nationalsozialismus berichten. 

Wir freuen uns sehr, dass Sally Perel selbst nun unseren SchülerInnen direkt seine Erlebnisse schildern wird. Diese authentische Begegnung mit einem Zeitzeugen, mit der Möglichkeit eigene Fragen zu stellen, wird für unsere SchülerInnen die deutsche Geschichte in einer Weise erfahrbar machen, die sonst in Schulen kaum möglich ist.