Aktuelles

Sportgerontologie beschäftigt sich theoretisch und praktisch mit körperlicher Aktivität und Sport im Alter. Da unsere Gesellschaft stetig altert, kann Sportgerontologie ein wichtiger Baustein sein, um dem demographischen Wandel zu begegnen. In verschiedenen Berufen oder auch an den Universitäten (z.B. Masterstudiengang „Alternde Gesellschaft“ an der TU Dortmund) wird mittlerweile auf die sich wandelnde Gesellschaft reagiert.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit ist die „Interdisziplinäre Kooperation Sportgerontologie“ (www.sportgerontologie.org) entstanden, in der schon seit 2013 etliche beteiligte Berufskollegs aus NRW vernetzt sind. Das Alice-Salomon-Berufskolleg Bochum ist Bestandteil dieser Vernetzung und widmet sich u.a. der Erarbeitung sportgerontologischer Grundlagen. Hier positioniert sich die Schule auf einem sehr innovativen Gebiet.
Seit dem Schuljahr 2013/14 wurde die Sportgerontologie im Differenzierungsbereich des Berufskollegs eingeführt. Im Fokus steht bisher die Umsetzung sportgerontologischer Grundlagen im Bereich der „Zweijährigen Berufsfachschule, berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten und Fachhochschulreife im Fachbereich Gesundheit und Soziales“ mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Gesundheit/Sport (CBS)“.
Im Rahmen des Unterrichts nutzten Schülerinnen und Schüler der Klasse CBS12B des Alice-Salomon-Berufskollegs vom 01. Februar bis 26. April 2017 nun die Gelegenheit, regelmäßige Praxiserfahrungen im St. Anna Stift zu sammeln. Mit attraktiven Bewegungsangeboten lockte es Woche für Woche viele Seniorinnen und Senioren zur Bewegungsstunde in den Gemeinschaftsraum. Insbesondere der Sitztanz zum Schneewalzer, das Kegelspiel oder die selbst geschriebenen Bewegungsgeschichten wie „Wandertag“ oder „Reise nach Ägypten“ sorgten für gute Stimmung und ein abwechslungsreiches Programm. Mit einem bunten Bewegungs-Frühlingsfest hat das Projekt nun seinen Abschluss gefunden.
 
Zum Abschluss des Projektes überreichten Schülerinnen und Schüler als Erinnerung an die CBS12B und diese tolle gemeinsame Zeit den Seniorinnen ein selbst gemaltes Bild.
 
In einer schulischen Reflexion wurden seitens der Schüler und Frau Dr. Flottemesch viele Eindrücke genannt:
„Es war definitiv eine neue Erfahrung, den Umgang mit alten Menschen kennen zu lernen“ (Marco A.)
„Mich hat erstaunt, dass die Senioren alle so gut mitgemacht haben, obwohl wir Fremde waren“ (Elma C.)
„Mich hat die Offenheit dieser Menschen und die große Freude, uns Schülerinnen und Schüler zu sehen, beeindruckt. Anfangs war Unsicherheit da, aber man muss keine Angst davor haben, dass man sich lächerlich macht“ (Alexander K.)
„Für die Senioren bedeutet es auch Abwechslung, andere Gesichter zu sehen. Dadurch werden auch Erinnerungen an früher oder an die eigenen Enkel geweckt“ (Jannis K.)
„Durch unser Projekt bekamen die Senioren Zugang zur Jugend. Im normalen Leben finden sie kaum Beachtung von der Jugend in unserem Alter“ (Julian W.)
„Wenn man jetzt so an die letzten 3 Monate zurückdenkt, habe ich die Senioren schon ganz schön in mein Herz geschlossen“ (Nicolei W.)
„Mich hat beeindruckt, mit welcher Großherzigkeit, Freude, Lächeln in den Gesichtern und Dankbarkeit wir Woche für Woche von den Senioren empfangen wurden. Daran habe ich gemerkt: für wahre Glücksgefühle ist man nie zu alt“ (Sandra Flottemesch)
„Diese Praxiserfahrungen sind so wichtig für unsere Schülerinnen und Schüler. Und auch ich habe als Fachlehrerin dieser Klasse, in der ich mit drei Fächern Gesundheitswissenschaften, Biologie und Sportgerontologie viele Stunden verbringe, alle Schülerinnen und Schüler noch einmal von einer anderen, sehr menschlichen, herzlichen und auffallend hilfsbereiten Seite kennengelernt. So mache auch ich als Lehrerin immer wieder neue Erfahrungen und kann Qualitäten der Schülerinnen und Schüler, die manchmal im normalen Unterrichtsgeschehen verborgen bleiben, noch besser erkennen. Mein großer Dank gilt dem St. Anna Stift und Herr Körber und Frau Werbizki, die uns diese Erfahrungen ermöglichen“. (Sandra Flottemesch)
Jung und Alt hat es sichtlich Spaß gemacht – Wiederholung unbedingt erwünscht!
 
Nach anstrengenden Bewegungsübungen zu Musik konnten diese drei Seniorinnen mit Hilfe einer Igelballmassage von Julian W.,  Sibar Y. und Meris T. aus der CBS12B wieder entspannen.
 

Eine Gruppe von 6 Lehrerinnen aus allen Bereichen unserer Schule konnte im Rahmen eines Erasmus plus Projekts vor Ostern 2 Wochen in Edinburgh/Schottland verbringen. Die erste Woche stand ganz im Zeichen der Praxis: in Kindergärten, einem Altenheim, mehreren Hotels (Küche und Rezeption) sowie in einer Arbeitsvermittlung erlangten die Kolleginnen Einblicke in die schottische Arbeitswelt. Dabei sammelten sie viele wertvolle Ideen wie sie ihren Unterricht authentisch und abwechslungsreich gestalten können. In der zweiten Woche folgte ein Kurs, der von Confluence of Scotland organisiert wurde. Thema waren dabei neue Methoden für den Englischunterricht, mit Schwerpunkten auf der Vermittlung von beruflichen Inhalten in der Fremdsprache und der Möglichkeit, die das Internet für effektives Lernen bietet. Auch der Besuch des Edinburgh College, einer Art Berufskolleg mit ca. 20.000 Studenten, das ähnliche Berufe ausbildet wie wir, war wichtiger Bestandteil des Aufenthalts. So laufen im Moment Verhandlungen über eine Kooperation mit dem College, bei der es um Schüleraustausch bzw. Praktika unserer Schüler in Schottland gehen könnte. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch ein kleines aber feines Kulturprogramm. Dazu zählten zwei Kinoabende (Shakespeare!), der Besuch eines landestypischen Restaurants (Haggis!), ein Ausflug zu Castles & Coast (Geschichte!) sowie einige Besuche im Pub (Musik/Whisky!).

Es ist mucksmäuschenstill im Restaurant. 32 Schüler/innen der Klassen B1P A und CFP 11 B lauschen gebannt den Ausführungen des Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel: „Nach Angaben der UNO sind weltweit 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Hunger, Verfolgung, Gewalt und Krieg, z.B. ist mittlerweile die Hälfte der syrischen Bevölkerung geflüchtet. Die meisten Vertriebenen bleiben in der Region und leben dort unter katastrophalen, menschenunwürdigen Bedingungen.“ Bei den Zuhörern drängen sich sofort Fragen auf: Was können wir tun? Wie können wir den Menschen vor Ort helfen? Herr Yüksel erzählt von der Initiative Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet/NRW. Im Nordirak werden in einem sicheren Gebiet Wohncontainer mit Küche und Bad aufgestellt, in denen jeweils eine Großfamilie leben kann. Mittlerweile ist durch die Initiative ein ganzes Dorf entstanden. Es gibt eine Krankenstation, eine Bäckerei und sogar eine Schule. Serdar Yüksel erklärt: „Die Geflüchteten fragen zuerst, ob ihre Kinder zur Schule gehen können. Denn sie wissen, nur durch Bildung kann sich die junge Generation eine Zukunft aufbauen.“ Die Schüler/innen sind sich schnell einig. Durch verschiedene Aktionen innerhalb und außerhalb unserer Schule möchten sie Spenden sammeln, um einen oder sogar zwei „Alices Container“ zu finanzieren. Jeder Container kostet 5 000 Euro.
Alice hilft! Deshalb dieser Aufruf: Unterstützt uns bei unseren Aktionen! Plant selber mit Euren Klassen eine Spendensammlung! Erzählt Euren Eltern und Großeltern von Alices Containern und sammelt Geld! Die Spenden gehen zu 100% in die Finanzierung der Container. Gerne kommen wir auch in Eure Klassen und informieren Euch noch genauer!          SuS der Klasse CFP 11 B und B1P A


Hilfe zur Selbsthilfe: Bäckerei im Flüchtlingsdorf  
Foto: Initiative Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet/NRW