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Bochum. Das Alice-Salomon-Berufskolleg und die EU-Förderung Erasmus+ machen es möglich: Zehn Auszubildende aus dem Gastgewerbe und dem Gesundheitswesen wurden ausgewählt und durften für drei Wochen nach Edinburgh reisen und dort ein Praktikum absolvieren.

Am 18.02.2018 hieß es “Goodbye Bochum” and “Welcome to Edinburgh, Scotland". Voller Aufregung startete die Gruppe bereits am frühen Morgen vom Düsseldorfer Airport. In Schottland gelandet, ging es direkt mit einem Bus zum Edinburgh College, in dem die Azubis für die Dauer des Aufenthaltes untergebracht waren. Der erste Kontakt zu einem Schotten, dem Busfahrer, und alle verstanden so gut wie gar nichts, weil dieser mit einem sehr starken schottischem Akzent sprach. Zum Glück gewöhnte man sich schnell daran und hatte somit bald keine Probleme mehr bei der Verständigung.

Im College angekommen, gab es für die Azubis eine allgemeine Einweisung und die Studentenausweise sowie die Schlüssel für die Zimmer wurden ausgehändigt. Es folgte der Bezug der Zimmer.  Diese waren schlicht, aber hatten alle, was man brauchte.

Die erste Woche startete mit Workshops, welche die Englischkenntnisse verbesserten und verfeinerten. Dazu zählten nicht nur Unterricht im College sondern auch das Kulturprogramm: Eine Stadtführung durch Edinburgh, eine Tour zu zwei alten Castles, der Besuch der Stadt Glasgow und der Glenkinchie Whisky Distillery in den Lowlands.

Nach wenigen Tagen stand der erste Tag im Praktikum an. Schon sehr früh am Morgen war es unruhig und alle waren wach und gespannt, was der Tag bringen würde. Voller Nervosität betrat man die Betriebe und wurde herzlich in Empfang genommen. Die Arbeit war spannend und lehrreich zugleich: Tische in einem Sterne-Restaurant eindecken, schottische Gerichte empfehlen, Zwiebeln im Akkord schneiden, Gäste auf Englisch einchecken etc. Die anfängliche Angst, auf Englisch zu kommunizieren, legte sich schnell. Einer der Betriebe war das 5-Sterne-Hotel Balmoral Hotel Edinburgh (s. Foto rechts). Aber auch das Mcdonald Holyrood Hotel, das Ibis und einige mehr waren vertreten. Im sozialen Bereich gab es auch einige Herausforderungen, z.B. ein taubstummes Mädchen in der Grundschule zu begleiten oder  in einer Einrichtung im sozialen Brennpunkt aktiv mitzuarbeiten. Die Erfahrung war einmalig und hat jeden der zehn Auszubildenden in seiner beruflichen Laufbahn weiter gebracht.

Durch die Unterstützung ihrer Betriebe konnten folgende Azubis diese Chance ergreifen: Joana (Köchin, St.Anna Hospital, Herne), Petronala (Sozialassistentin), Viviane (Sozialassistentin), Claudia (Hotelfachfrau, DJH-Jugendgästehaus Bermuda3Eck, Bochum), Niklas (Hotelfachmann, Wald- und Golfhotel Lottental, Bochum), Julia (Hotelfachfrau, Acora Hotel und Wohnen, Bochum), Anastasia (Hotelfachfrau,  Renaissance Hotel, Bochum), Justyna (Hotelfachfrau, Wald- und Golfhotel Lottental, Bochum), Katharina (Restaurantfachfrau,  Mutter Wittig, Bochum) und Bea (Köchin, Wegermann’s BIO-Landhaus im Wodantal).


Ein besonderer Dank gilt Anina Wellers und Michaela Gehring, welche als betreuende Lehrpersonen die Reise organisiert und begleitet haben sowie allen anderen Beteiligten des Alice-Salomon-BK und natürlich den Ausbildern.


To be continued: Ende Mai ist die zweite Runde „ready for take off“.

Vor der Berufsabschlussprüfung standen in diesem Jahr für die angehenden Kinderpflegerinnen der Klasse BE12B zwei spannende Nachmittage auf dem Stundenplan. Sabine Napieralla, Coach und Spezialistin für Umgangskultur, kam für ein Bewerbungstraining in unsere Schule.

Die erste Überraschung gleich zu Beginn: Nicht was man sagt, ist der wichtigste Faktor bei der Entscheidung für oder gegen die Bewerberin, sondern der erste Eindruck! Dafür hat man nur wenige Minuten. Das ist ja wie Speed-Dating, fand die Klasse amüsiert. Alle hörten Frau Napieralla gebannt zu als es um Fragen ging wie: Wer reicht zuerst die Hand (Bewerberin oder Chefin?); Wie stellt man sich vor: (Ich bin die Frau Müller oder Ich bin Sabine Müller?); Wie kleidet man sich (schick oder authentisch?). Hinweise zu Stimme und Sprache, Make-up und Körperhaltung ergänzten die Tipps zu Bewerbungsgesprächen und Verhalten in Alltagssituationen.

Weiter ging es mit der Frage: Wo liegen eigentlich meine Kompetenzen beim Umgang mit anderen Menschen? Jede Schülerin füllte einen detaillierten Selbsteinschätzungs-Bogen aus. Die Lehrerinnen Frau Witte und Frau Oppermann hatten für alle individuell den gleichen Bogen bearbeitet, so dass ein Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung möglich war. Manche Stärke rückte ganz neu ins Bewusstsein.

An beiden Seminar-Nachmittagen war volle Konzentration gefordert. Das fiel nicht schwer, weil deutlich wurde, dass Frau Napieralla als ehemalige Geschäftsführerin genau weiß, wovon sie redet. Am Ende sagten Anna-Lena und Sarah stellvertretend für die Klasse: „Wir sind Frau Napieralla dankbar für ihre Tipps und freuen uns darauf, sie in unserem weiteren Leben anzuwenden.“

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich die Klasse BE12B bei Frau Napieralla (hinten, 5. von links) für das spannende Bewerbungstraining

Studierende aus der berufsbegleitenden Erzieherausbildung haben sich im Rahmen eines Wahlfaches mit den Aspekten der Partizipation auseinandergesetzt. Eine Kooperation mit der TU Dortmund ermöglichte die Zusammenarbeit von StudentInnen und Studierenden. Herr Matthias Vollhase, Dozent an der TU Dortmund begleitete diesen Prozess.

Hier eine kurze Übersicht zu diesem Seminar:

„Die Welt gehört in Kinderhände – oder doch nicht?“

Im Kern ging es im Rahmen der Veranstaltung „Beteiligungssensible Fachkraft – Sensibilität durch Reflexivität“ genau um diese Frage. Unter Zuhilfenahme eines Beobachtungsbogens wurde die eigene Praxis „unter die Lupe genommen“. Mittelpunkt war die Auseinandersetzung mit der eigenen Einrichtung und dem dort gelebten Verständnis von Beteiligung junger Menschen. Flankiert wurde der Prozess der Beobachtung durch eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Beteiligung, Partizipation sowie sämtlichen Synonymen und ihrer unterschiedlichen Bedeutung. Die Erkenntnis dieses Teilschrittes war spannend wie herausfordernd: die Kinder können Beteiligung; es sind die Fachkräfte, die der Beteiligung junger Menschen „im Weg stehen“. Also war es im zweiten Schritt daran die eigene Praxis auf Basis der Beobachtungen weiterzuentwickeln. Getragen wurde dieser Prozess bei den Teilnehmer*innen von einer großen Portion Enthusiasmus die eigene Praxis voran zu bringen und Kindern zu ihrer Stimme zu verhelfen. Praxisentwicklung bedeutet auch die Auseinandersetzung mit den Kolleg*innen fachlich fundiert zu führen. Es ist hier von Bedeutung nicht nur über ein genaues Vokabular zu verfügen um zu beschreiben was man wahrgenommen hat, sondern auch die rechtlichen Grundlagen von Beteiligung zu kennen und fachlich begründen zu können warum Beteiligung für die sozialpädagogische Praxis Dreh- und Angelpunkt ist. Umsetzung fanden die Inhalte der Veranstaltung auf unterschiedlichste Weise, von der Installation demokratischer Wahlgänge über die beteiligungssensiblere Gestaltung des Alltags bis hin zur Abschaffung der Regeln im Freispiel. Abschließend lässt sich als Quintessenz der Veranstaltung festhalten, dass die Dinge die die Welt betreffen beteiligungsorientiert zwischen allen Akteuren auszuhandeln sind, getragen von der praktischen Erfahrung, dass dies möglich ist.